Montag, 12. Dezember 2016

{Rezension} Der Schatz der gläsernen Wächter

Im Königreich Miloria lebt Kriss, die Tochter der berühmten Archäologin Brialla Odwin und mit sechzehn Jahren selbst eine geachtete Archäologin. Für viele gilt sie als Wunderkind, aber Kriss sagt, sie hat einfach nur ein gutes Gedächtnis – und eine noch bessere Lehrerin.

Von einer Ausgrabung in einem alten Wüstentempel zurückgekehrt, erhält Kriss von der wohlhabenden Baronin Nejana Gellos den Auftrag, die sagenumwobene Insel Dalahan zu finden. Viele sind auf der Suche nach der Insel verschollen – so auch Kriss’ Mutter, ebenfalls Archäologin. Begleitet von dem ehemaligen Straßenjungen Lian macht sich Kriss auf die gefahrvolle Suche. Dabei ist ihr der abtrünnige General Ruhndor dicht auf den Fersen – und er wird vor nichts Halt machen, um die Insel zu finden.


Der Autor, Dane Rahlmeyer, fackelt wirklich nicht lange und schickt seine Figuren Hals über Kopf in ein großes Abenteuer. 
Schon von den ersten Seiten an ist klar, dass die Welt in „Der Schatz der gläsernen Wächter“ eine sehr eigentümliche ist.- Mit absonderlichen Wesen (Meine persönlichen Favoriten sind die Moosäffchen und mechanischen Vögel.), faszinierenden Legenden, wunderlichen Leuten und einer ganz eigenen Magie. Während des Lesens wurde mir außerdem immer wieder bewusst, was mich damals so in Ägypten begeistert hat: Das Kennenlernen und Entdecken einer vollkommen fremden Kultur, so als sei man in einer anderen Welt. Und ich fand es ganz wundervoll, dass Kriss, die Hauptprotagonistin, mich wieder mit diesem „Entdeckerfieber“ angesteckt hat. 
Kriss, mit ganzem Namen „Krisstenja Tilena Odwin“ ist eine Figur, die man so leider eher selten oder nur als Nebencharakter in Büchern findet. Sie ist hoch intelligent, dafür nicht besonders hübsch und übergewichtig dazu. Vielleicht macht sie gerade das sympatisch, denn so steht nicht im Fokus, wie toll ihre Haare im Wind wehen (was ich leider meines Erachtens nach viel zu oft in Büchern lesen muss), sondern wie talentiert sie ist und wie scharf ihr Verstand ist, der sie und ihre Begleiter des Öfteren aus der ein oder anderen Misere rettet. Außerdem ist sie nicht nur auf der Suche nach einer Insel, um die sich tausende von Legenden ranken, sondern auch nach ihrer Mutter, die seit Jahren als vermisst gilt. Denn während andere der festen Überzeugung sind, dass sie bereits tot ist, gibt Kriss die Hoffnung nicht auf. Und ich muss eingestehen, dass ich bis zum Ende keiner einzigen Figur, außer Kriss, wirklich getraut habe. Vielleicht waren es die vielen Geheimnisse, die sich um jede von ihnen ranken, aber irgendetwas hat mich davon abgehalten.
Die ganze Geschichte ist an sich schon sehr spannend, doch kam für mich nochmal eine Schippe Nervenkitzel dazu, da ich Bücher über Schatzsuchen und wilde Abenteuer liebe.- Und die kommen hier wirklich nicht zu kurz. Mit Kriss und Lian, ihrem Helfer, habe ich viele gefährliche Orte erkundet, Kontinente entdeckt und Rätsel gelöst. 

Der Autor hat wirklich eine sehr markante Handschrift, die mir allerdings gefällt. Er zelebriert die Intelligenz und die Schönheit am Verborgenen und Verbotenen auf ganz unterschiedliche Weisen. Und er hat es geschafft, den Stoff in ein Buch zu bringen, für den andere wohl eine ganze Trilogie gebraucht hätten. Dabei habe ich jedoch nie das Gefühl gehabt, etwas verpasst oder nicht gut genug erklärt bekommen zu haben. „Der Schatz der gläsernen Wächter“ ist also auch etwas für ungeduldige Leser und ich kenne kein vergleichbares Buch, das inhaltlich auch nur annähernd an dieses herankommt. 


"Woher es kam, weiß niemand. Plötzlich erfüllte es die Luft, so deutlich zu fühlen wie die Spannung vor einem Gewitter, doch unsichtbar. Nur nachts konnte man es sehen, wie glitzernder Staub, der von den Sternen regnete."
Seite 16

Doch kein Friede währt ewig. Und kein mächtiger Mann bleibt ohne Feind.
Seite 244

"[...] Und Menschen fürchten, was sie nicht verstehen."
"Und sie töten ... was sie fürchten. Sag mir ... fürchtet ihr euch voreinander? Führt ihr deshalb ... all die Kriege?"
Seite 330

Dane Rahlmeyer hat es doch tatsächlich mit seinem Buch „Der Schatz der gläsernen Wächter“ geschafft, mir zu zeigen, wie sehr ich es vermisst habe, Steampunk zu lesen.

7/7


ISBN: 978-1539739937


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