Montag, 26. Oktober 2015

{Buchvorstellung} Sveta und der Junge aus dem Wald

Und hier habe ich auch schon die erste Buchvorstellung, bzw. Autorenvorstellung für euch. Das ist quasi meine Premiere, also seid bitte nicht zu streng, mit eurer Meinung.;) Über Kommentare und vielleicht zusätzliche Ideen würde ich mich aber trotzdem sehr freuen!



Die sechzehnjährige Sveta lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem ihr boshafter Vater bei seinen Dienstherren in Ungnade fällt, wird er zum Vorsteher eines kleinen Örtchens in der abgelegenen Provinz degradiert und muss die Stadt verlassen. Noch am gleichen Abend kommt es zum Zerwürfnis zwischen Svetas Eltern, woraufhin ihr Vater sofort aufbricht und Sveta gegen ihren Willen mitnimmt. Ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird, bleibt die Mutter zurück. In ihrer neuen Heimat »Dunkeltann« wird Svetas Leben von Tag zu Tag trister, bis es eines Morgens zu einer Begegnung kommt, die ihr Leben verändern wird ...

Ich hab nicht schlecht gestaunt, als mich der Autor Axel Saalbach anschrieb und fragte, ob ich sein Buch Sveta und der Junge aus dem Wald lesen würde, denn ich hatte bereits in einigen der unzähligen Buchgruppen auf Facebook das Cover und den Klappentext immer mal wieder auftauchen sehen.
Vielleicht war diese Mail ja Schicksal (*füge hier krassen Glitzereffekt ein*), denn wie in meinem letzten Post erwähnt, hatte ich ja sowieso vor, mich in Zukunft mehr mit Buchvorstellungen zu beschäftigen. Da kommt das hier ja quasi wie gerufen.:D
Ich habe auch schon ein weiteres Buch, bzw. eine weitere Autorin im Blick, die ich gerne demnächst vorstellen möchte (wenn sie mitspielt).


Worum geht's?

»Sveta und der Junge aus dem Wald« führt die Leser einige Jahre in die Zukunft und in ein Deutschland, in dem nichts mehr so ist, wie wir es heute kennen. Nach einigen erschütternden Ereignissen scheint es wie in der Zeit zurückgeworfen zu sein und wirkt im Vergleich zu heute regelrecht rückständig. Das Buch führte bei Amazon - Stand heute - zwei Wochen lang die Kindle-Charts der Kategorien »Jugendbuch > Fantasy« und »Jugendbuch > Science Fiction« an, ohne eigentlich zu hundert Prozent in eine der beiden Rubriken zu passen, da weder Magie oder andere übernatürliche Fähigkeiten, skurrile Fantasyrassen noch Außerirdische oder futuristische Technologien vorkommen. Zugeordnet wurde es ursprünglich der Kategorie »Jugendbuch > Dystopie«, die jedoch nur in der amerikanischen Amazon-Version zu existieren scheint und in der deutschen Version auf die beiden erwähnten Rubriken »umgerechnet« wird.


Wer sind die Autoren?


Ramona Mädel ist von beiden der "alte Hase" im Buchgeschäft, denn bereits seit rund einem halben Jahrzehnt wurden Fantasyromane aus ihrer Feder veröffentlicht. Dennoch trat sie bis dato nicht unter ihrem richtigen Namen in Erscheinung, denn sie war bisher ausschließlich unter einem Pseudonym aktiv. Autorin zu sein ist nicht Ramona Mädels einzige Aufgabe in der Buchwelt: Bei Leserkanone.de bekleidet sie als Redakteurin verschiedene Positionen, vor allem die der obersten "Interviewbeauftragten" des selbsternannten endgültigen Büchergerichts.

Axel Saalbach leitet im "richtigen Leben" einen europaweit agierenden Vertrieb für Schokolade und andere Süßwaren, begeisterte (und verärgerte) in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten mit diversen Kolumnen die deutschsprachige Kampfsport-Szene und hat diverse Onlineprojekte aus dem Boden gestampft. Leserkanone.de wurde von ihm im Jahre 2011 ins Leben gerufen. Seitdem versucht er, den Laden in seiner Funktion als Teamleiter zusammenzuhalten. Sein Debütroman Das Haus Komarow, für den er die Welt erfand, in der auch Sveta und der Junge aus dem Wald spielt, erschien im Herbst 2014. Abgesehen von der gemeinsamen Welt haben die beiden Bücher wohlgemerkt nichts miteinander zu tun - Sveta und der Junge aus dem Wald kann ohne jedes Vorwissen gelesen werden, und es ist sogar an eine andere Zielgruppe gerichtet.


Für beide Autoren ist der neue Roman nicht nur die erste Co-Produktion, sondern auch der erste Versuch, ein Buch in Eigenregie zu publizieren. Saalbachs erster Roman wurde vom Latos-Verlag aus Calbe an der Saale herausgegeben, die von Ramona Mädel per Pseudonym geschriebenen Romane erschienen bei zwei verschiedenen Verlagen.


Wie ist "Sveta und der Junge aus dem Wald" entstanden?

Axel Saalbach schrieb vor mehreren Jahren seinen ersten Roman, Das Haus Komarow. Im Gegensatz zu Sveta und der Junge aus dem Wald handelte es sich nicht um ein Jugendbuch, aber bereits für diesen Roman entwarf er die Welt, in der auch sein Gemeinschaftswerk mit Ramona Mädel spielt. Da allein auf dem deutschsprachigen Buchmarkt in jedem Jahr 90.000 neue Veröffentlichungen erscheinen, machte er sich anschließend Gedanken, wie er auf sein Buch aufmerksam machen und die Leser für sich gewinnen konnte. Vor allem wollte er diejenigen überzeugen, die aufgrund des Titels falsche Intentionen mit dem Buch verbanden. Dazu kam es, nachdem er Kommentare von Leuten gesehen hatte, die das Buch nicht lesen wollten, weil sie vermuteten, es sei sicher "zu politisch". Dabei war schon sein damaliges Buch alles andere als politisch, sondern ein einfacher Abenteuerroman, in dem ein Mann seinem verschlagenen Bruder das Handwerk legen wollte.

Das Ergebnis von Saalbachs Überlegungen bestand darin, eine Reihe von Kurzgeschichten zu schreiben, die er anschließend bei Leserkanone.de und an anderen Stellen des Internets verbreiten wollte, und die in der gleichen Welt spielen sollten wie sein erstes Buch. Da die übrigen Mitarbeiter von Leserkanone.de allesamt selbst als Autor aktiv sind, beschloss er, sich auf einer per Skype geführten Mitarbeiterversammlung die Meinung der anderen zu einer seiner Kurzgeschichten einzuholen. Ramona Mädel beschäftigte sich am intensivsten mit seiner Idee, arbeitete die Handlung in einer Woche um und sandte ihm die neue Geschichte zu. Das Ergebnis war um ein Vielfaches länger als die ursprünglich geplante Kurzgeschichte, woraufhin Saalbach sie fragte, ob sie nicht gleich selbst mit daran schreiben möchte. Anschließend legten die beiden kapitelweise fest, wer das jeweils nächste Stück schreibt, und sobald wieder eines fertig war, hat der andere es überarbeitet. Nachdem alles fertig war, hat Saalbach dann allein das gesamte Buch in seinen eigenen Stil umgeschrieben bzw. all die Stellen umformuliert, von denen er den Eindruck hatte, dass sie sich zu stark von seinem Stil unterschieden.

Schlussendlich entstand eine 288 Seiten lange Geschichte, in der viel mehr Monate Arbeit stecken, als anfangs geplant war. Mit der ursprünglich geplanten Kurzgeschichte hatte sie nicht mehr viel zu tun, und sie ist auch vollkommen losgelöst von Saalbachs erstem Buch. Nach der Fertigstellung verstrich weitere Zeit, da das neue Buch erst von diversen Testlesern gelesen wurde, dann von einem Lektor überarbeitet wurde, anschließend noch einmal durch ein professionelles Korrektorat lief und schließlich einigen weiteren Testlesern vorgelegt wurde. Mit dem Buchcover wurde Nathie Block beauftragt, die bei creationwarrior.net beeindruckende Bilder erschafft. Nathie Block ging dabei in faszinierender Präzision vor - selbst kleinste Schatten, die den Autoren zwischenzeitlich nicht gefielen, wurden schrittweise verändert, bis alles passte.




Wer sind die Protagonisten?

In dem Buch wurde ganz bewusst darauf gesetzt, eine kleine Zahl von Protagonisten in einem kleinen geografischen Radius agieren zu lassen. Zudem wurden für die Figuren gezielt Namen gewählt, die möglichst leicht verständlich waren, da der komplizierte Klang der Namen ein gelegentlich erwähnter Kritikpunkte am Haus Komarow war.

Im Zentrum der Geschichte steht die titelgebende sechzehnjährige Sveta, die aus einer Familie stammt, deren männliche Mitglieder für die Clans, die das Land regieren, Söldnerdienste leisten. Damit gehört Svetas Familie zu einer kleinen Mittelschicht, während fast die gesamte übrige Bevölkerung in Armut lebt. Viele Jahre zuvor wurde von den Herrschaftlichen deshalb eine Entscheidung getroffen: Um Kinder zeugen zu dürfen, müssen die Familien eine hohe Abgabe entrichten. Auf diese Weise soll dafür gesorgt werden, dass die ärmsten Schichten, die aus Sicht der Clans nicht mehr gebraucht werden, nach und nach aussterben - sie können sich Kinder schlicht und ergreifend nicht mehr leisten.

Auch damit Sveta geboren werden durfte, musste einst eine Abgabe entrichtet werden. Aus Sicht von Svetas Vater Sergej gab es dabei einen großen Geburtsfehler: Sveta wurde als ein Mädchen geboren und konnte damit nicht in seine Fußstapfen und somit in den Söldnerdienst treten. Nichts anderes war für ihn der Beweggrund gewesen, die Abgabe überhaupt zu zahlen. Seit jeher wurde Svetas Bruder Jan deshalb als Lieblingskind behandelt, während Sveta selbst für ihren Vater immer Luft war. Als es zum Zerwürfnis zwischen Sergej und seinen Vorgesetzten kommt und er Berlin verlassen muss, um seinen Dienst in der abgeschiedenen Provinz anzutreten, nimmt er Sveta dennoch mit. Nicht etwa aus familiären Gefühlen, sondern weil sie vor Ort all das abarbeiten soll, was sie ihn einst gekostet hat.

In "Dunkeltann" muss Sveta ohne die schützende Hand ihrer Mutter auskommen, mit der sich Sergej zerstritten hat und die in Berlin zurückbleibt, ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird. Sveta lebt fortan mit vier Männern unter einer Decke: ihrem Vater, ihrem Bruder, der dessen Boshaftigkeit nur wenig nachsteht, einem profilierungssüchtigen und aggressiven jungen Söldner sowie einem etwas gemütlicheren älteren Söldner. Während die vier Männer den kleinen Ort terrorisieren, muss Sveta die unbezahlte Putzkraft spielen und unzählige Aufgaben erledigen. Sie hat keine Freizeit, keine Bezugsperson, ist allein und isoliert.

Und dann ... dann ist da der Junge aus dem Wald. Wer er ist und was es mit ihm auf sich hat, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden - doch eines sei schon gesagt: Durch sein Auftauchen wird sich in "Dunkeltann" einiges verändern.


In was für einer Welt spielt "Sveta und der Junge aus dem Wald"?

Das heutige Mitteldeutschland wird viele Jahre, bevor sich die Geschichte von Sveta und der Junge aus dem Wald zuträgt, im Handstreich von einem dann wieder existierenden russischen Zarenreich überrannt und fortan links liegengelassen. Nun verfällt die Region zusehends, Technologie verschwindet nach und nach, gesellschaftliches Leben findet kaum noch statt. Die Kontrolle über das Land wird von einigen wenigen Clans ausgeübt, die alle Warenströme steuern und die Polizeigewalt ausüben.




Also ich persönlich bin jetzt nur noch mehr neugierig auf dieses Buch, Glücklicherweise liegt es bereits neben mir und lächelt mich an. Die Rezension werde ich in den nächsten Tagen ebenfalls veröffentlichen und euch hier auch noch einmal verlinken. ;)

Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, diesen Post zu verfassen.

An dieser Stelle bedanke ich mich auch noch einmal bei den Autoren für die Bereitstellung von Bildern und Texten.:)
 © der Bilder liegt bei Axel Saalbach



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