Sonntag, 7. September 2014

{Rezension} Die Überlebenden


Ruby hat überlebt. Doch der Preis dafür war hoch. Sie hat alles verloren: Freunde, Familie, ihr ganzes Leben. Weil sie das Virus überlebt hat. Weil sie nun eine Fähigkeit besitzt, die sie zur Bedrohung werden lässt, zu einer Gefahr für die Menschheit. Denn sie kann die Gedanken anderer beeinflussen. Deshalb wurde sie in ein Lager gebracht mit vielen anderen Überlebenden. Deshalb soll sie getötet werden. Aber Ruby hat nicht überlebt, um zu sterben. Sie wird kämpfen, schließlich hat sie nichts zu verlieren. Noch nicht ...

Ein gefährlicher Virus hat in Amerika die meisten Kinder und Jugendlichen dahingerafft. Doch die Wenigen, die überlebten werden nun gejagt, in Lager gebracht und von ihren Familien und der Welt vollkommen abgeschottet zum Arbeiten gezwungen oder als Versuchskaninchen missbraucht, denn die Überlebenden haben besondere Kräfte entwickelt, die die Regierung als Bedrohung sieht.
Ruby ist eine von ihnen, kann ihre Kräfte jedoch nicht kontrollieren.
Nach einem aufregendem Ausbruch aus Thurmond (dem wahrscheinlich schlimmsten Lager) erlebt sie mehr, als sie vertragen kann und bringt dabei in Erfahrung, wer wirklich ihr Freund ist und wer der Feind.

"Als sie starb, geschah es vollkommen aus heiterem Himmel, und keiner von uns begriff, was los was, bis es zu spät war."
Seite 10

"Träumen führte zu Enttäuschung und Enttäuschung zu einer deprimierten Schwermut, die man nur schwer wieder loswurde. Lieber im Grau bleiben, als von der Finsternis gefressen werden."
Seite 35

"Es kam mir so abartig vor, so falsch, doch alles, was ich wollte, was, in seinen Kopf zu kriechen und nachzusehen, was er dache. Warum er mich so ansah. 'Du bist wirklich ein Monster.', dachte ich und presste eine Faust fest gegen meinen Bauch."
Seite 195

Das Cover ist recht schlicht gehalten. Bild und Titel eben. Allerdings hat der Umschlag so ein tolles Relief, als würde man über rauen Stein oder Asphalt streichen. Passt meiner Meinung nach wirklich gut zum Buch. Allerdings muss ich sagen, dass ich die amerikanischen Cover etwas hübscher finde. Auch, wenn sie etwas zu sehr nach High Fantasy oder so aussehen.

The Darkest Minds  The Darkest Minds


Nachdem Ashes mich so geplättet hatte, wollte ich mich an mehr Dystopien versuchen. Ich stieß im Internet auf Die Überlebenden und war vollkommen hin und weg von dem Klappentext. Ich hab ja ein Fabel für düstere Stories und die hier schien wie geschaffen für mich.

Ich muss wirklich sagen, dass die 544 Seiten sich eher lesen ließen wie 100, denn neben einem sehr flüssigen Schreibstil bietet dieses Buch auch eine Menge Spannung und wirft immer wieder so viele Fragen auf, dass man einfach weiterlesen muss.

Zu Beginn lernt man Ruby kennen und die Umstände, unter denen sie und die anderen Kinder leben müssen, Ich muss wirklich sagen, dass diese Lager mich sehr an die Konzentrationslager erinnern. Denn die Überlebenden sind in primitiven Holzbaracken untergebracht, sind durch Zäune von der Außenwelt getrennt, müssen den ganzen Tag arbeiten oder werden in Laboratorien für diverse Tests missbraucht. Außerdem geht das Gerücht um, man würde die Gelben, die Orangenen und die Roten 'beseitigen'. Was die Bezeichnungen sollen? Die überlebenden Kinder haben unterschiedliche Fähigkeiten und werden nach ihrer 'Gabe' mit einer Farbe gekennzeichnet. Ruby ist eigentlich eine Orangene, was bedeutet, sie kann in die Köpfe anderer eindringen und ihre Gedanken und Erinnerungen sehen, ihnen aber auch andere Gedanken pflanzen. So hat sie es damals bei ihrer Ankunft in Thurmond, ihrem Lager, geschafft, dem Arzt weiß zu machen, sie sei eine Grüne.

Ihr merkt wohl schon, dass die Grundidee des Buches eine ganz Neue ist und mir trotzdem irgendwie nicht zu absurd vorkam. (Zumal wenn man weiß, dass etwas derart Grausames in der Geschichte tatsächlich schon oft auf der Welt passier ist. Das Aussortieren von Menschen, meine ich.)

Die Überlebenden hat mich wirklich von Anfang an gefesselt. Ruby ist ein sympatisches Mädchen, dass trotz ihres bisher so schief gelaufenen Lebens noch recht 'normale' Mädchenprobleme hat. Gefühle, Stress mit der besten Freundin und so.

Auch die Action in diesem Buch ist... Nunja, anders. Die Story ist aufregend, aber trotzdem so ruhig, düster, verschlossen. Das ist unglaublich schwer zu beschreiben. Aber wer dieses Meisterwerk auch liest oder gelesen hat, wird wohl wissen, was ich meine. Die Action besteht eben kaum aus Kämpfen sondern eher aus Flucht. Und das fällt mir jetzt beim Schreiben wirklich auf... Eigentlich sind all die Figuren im Buch nur auf der Flucht, meiden möglichst Probleme.

Außerdem ist es echt cool, dass die Autorin Playlists für ihre Bücher zusammengestellt hat. Denn in der Geschichte werden tatsächlich viele Lieder erwähnt und auf der Website kann man sich diese anhören. Außerdem gibt es sogar einen (meiner Meinung nach wirklich sehr passendem) Buchtrailer in Englisch:


Und was ich auch sehr cool finde: Auf der Website findet man sogar Fotos, die Rubys Welt beschreiben und die Stimmung des Buches schön einfangen. Ihr solltet unbedingt mal vorbeischauen, denn da gibt es unglaublich viel zu entdecken.


Die Überlebenden - Ein makelloses Buch das so grausam wie schön ist. Mit sympatischen Hauptprotagonisten und einer Handlung, die von Anfang an fesselt.
Lesepflicht für Dystopiefans und die, die mal etwas Neues versuchen wollen!

5/5



vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. MIr hat das Buch, ebenso wie deine Rezession gut gefallen. Auch dein Style wir du die Rezessionen gestaltest ist nett anzusehen :) danke mach weiter so

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