Donnerstag, 22. März 2018

{Rezension} Divine - Auferstehung

"Mein Name ist Landon. Ich bin tot. Zumindest sollte ich das sein. Statt die Ewigkeit auf einer weichen Wolke zu verbringen, soll ich auf die Erde zurückgeschickt werden. Warum? Ich bin angeblich ein Diuscrucis, eine sehr seltene Mischung aus Mensch, Dämon und Engel. Wesen wie ich sind dazu auserwählt, die bösen und die guten Mächte im Gleichgewicht zu halten. Keine Seite darf gewinnen, denn dies würde den Untergang der Menschheit bedeuten. Soviel zur Theorie. Die Wahrheit: es ist ein echter Höllenjob …"

„Das Gute, das Böse und der arme Kerl dazwischen“ Der erste Band der Bestseller-Serie aus den USA. Actionreich, höllisch spannend, mit einer Prise schwarzem Humor!

Figuren
„Divine“ erzählt die Geschichte von Landon, der bei seiner Arbeit im Museum von einer mysteriösen Frau umgebracht wird und sich plötzlich in der Welt zwischen Himmel und Hölle wiederfindet.- Tot, aber irgendwie auch nicht. Und mit seiner Ermordung nimmt sein „Leben“ erst wirklich Fahrt auf. Sein neuer „Job“ als Diuscrucis (halb Engel, halb Dämon) ist es nun, das Gleichgewicht zwischen beiden Seiten aufrecht zu halten, beziehungsweise es überhaupt wieder herzustellen, denn die Hölle gewinnt an Stärke. Zu Beginn stellt er sich bei dem Ganzen allerdings eher weniger fähig an, kämpft sich jedoch immer wieder mit einer Menge Glück durch und weiß sich sogar zu helfen, wenn ihm mal wieder ein viel stärkerer Feind ans Leder will.
Mit der Zeit kommen auch zwei Sidekicks dazu: Obi-Wan (Ja, der arme Kerl heißt wirklich so.), ein Ex-Soldat, der nicht nur Muskeln sondern auch eine Menge Hirn beisteuert, und Rebecca, die Landon ebenfalls immer wieder aus der Scheiße zieht und ein bisschen für ihn in die „Guide-Rolle“ schlüpft.

Schreibstil
M. R. Forbes beginnt „Divine“ lustig und mit viel düsterem Humor, lässt die Handlung aber auch schnell höchst blutig und grausam werden.- Allerdings nicht zu übertrieben. Als „gory“ würde ich das Ganze noch nicht bezeichnen.
Der Autor beschreibt die Szenen ohne viel Drumherum und gibt hin und wieder ein paar Details, die wirklich wichtig sind, wodurch genug Raum für die eigene Vorstellung bleibt. Es fiel mir sehr leicht, in die Story zu finden und eigentlich bin ich nie wirklich herausgekommen oder „abgedriftet“. 


Inhalt
Wenn in einem Buch der Hauptcharakter in eine völlig neue Welt katapultiert wird oder seine eigene auf ganz andere Weise neu kennenlernt, braucht es meist eine ganze Weile Vorgeplänkel, bis die Haupthandlung anfangen kann. Immerhin muss die Figur sich ja erst einmal mit allem vertraut machen. Forbes hat das Ganze allerdings sehr gekonnt umschifft, weil Landon einfach nicht die Person für lange Erklärungen ist. Abgesehen davon hat er auch gar keine Wahl, als sich sofort blind ins Getümmel zu stürzen, denn durch einen Angriff der Dämonen wird er von dem getrennt, der ihm eigentlich das Wichtigste beibringen soll. So habe ich mit Landon zusammen also all die neuen Monster und himmlischen Wesen kennengelernt, die sich so in seiner Stadt herumtreiben. Es baut sich allein schon dadurch unheimliche Spannung auf, dass Landon und ich immer ungefähr gleichviel, oder eher gleichwenig wussten, was um ihn herum überhaupt aus welchen Gründen passierte.
Ich scheue mich ja davor, Himmel und Hölle ins klassische „Gut und Böse“ einzuteilen, denn auch hiermit bricht der Autor und zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint und dass weder der Himmel durchgehend tadellos ist, noch dass die Hölle nur Schlechtes hervorbringt. Landon muss sich also mit beiden herumschlagen und ist der eine Gegner gerade besiegt oder ein Problem gelöst, steht der nächste Feind schon hinter der nächsten Ecke. Es geht also immer wieder vom Regen in die Traufe und währenddessen entpuppt sich die ganze Story auch noch als ein blutiger, übernatürlicher Selbstfindungstripp der etwas anderen Art. Denkt aber nicht, dass es in „Divine“ nur um stupides Geschredder der Gegner geht! Tatsächlich gibt es viel Handlung um die Kämpfe herum und es ist auch immer wieder eine Gewissenfrage von Landons Seite aus, was er tun soll.- Immerhin kämpft er auch gegen Engel, die im eigentlichen Sinne ja „das Richtige“ wollen und verkörpern sollen.
Als ich dann die letzte Seite gelesen hatte, konnte ich gar nicht wirklich glauben, dass in der Handlung nur wenige Tage vergangen sein sollen, denn für mich fühlte es sich an, als hätte die Story ganze Jahre gefüllt. Und das Ende selbst werde ich dem Autor sowieso niemals verzeihen. Er hat den Cliffhanger des Todes in das Finale eingebaut und ich muss möglichst schnell den zweiten Band in die Hände bekommen!

Sogar nachdem ich gestorben und wieder auf diese Welt zurückgekehrt war, hatte ich niemals darüber nachgedacht, warum ich existierte, warum ich zurückgekommen war. Ich war einverstanden gewesen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich musste, aber warum? Es war so leicht, das zu fragen, aber so schwer, zu beantworten.
Seite 192

Ich hatte keine Ahnung, was die wunderschöne Kreatur hinter dem Steuer in mir sah, aber aus irgendeinem Grund wollte sie bei mir sein, auf meiner Seite. Es war verrückt, aber trotz allem war ich in diesem Moment glücklicher als je zuvor.
Seite 273

„Menschlich zu sein ist nicht sehr anders als das“, sagte ich. „Man tut einfach sein Bestes, um Spaß zu haben, bei Verstand zu bleiben, nicht einsam zu sein und um all die Arschlöcher herumzunavigieren.“
Seite 275

Eine wirklich geniale Story mit glaubwürdigen Charakteren und einer Menge Action und mehr Emotion, als ich erwartet hätte.

7/7

ISBN: 978-3945493700

"Divine - Auferstehung" wird es ab dem 9. April im neuen Gewand geben!
Aus "Divine" werden "The Divine Chronicles".

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!


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