Samstag, 31. März 2018

{Rezension} Das Auge von Licentia

Jonata lebt mit ihrer Familie in der Mittelaltersiedlung Licentia. Smartphones, den Supermarkt um die Ecke, all das kennt sie nicht, ahnt noch nicht mal von deren Existenz. Und schon gar nicht weiß sie, dass „Licentia“ in Wahrheit eine Fernsehshow ist, und die ganze Welt ihr und den anderen Bewohnern Licentias zusieht – jeden Tag, schon seit Jahren. Erst, als sie auf Tristan trifft, einen Jungen aus dem verfeindeten Clan der Wolfsbanner, kommen die Lügen und Geheimnisse ihres Dorfs langsam ans Tageslicht, und Jonata wird für manche Dorfbewohner zu einer Bedrohung …

Figuren
Ich muss zugeben, dass ich eine ganze Weile brauchte, um mich an Tristan, den Wolfsbanner und Jonata zu gewöhnen. Allerdings habe ich irgendwann in meinem Kopf einfach 3 bis 4 Jahre von ihrem Alter abgezogen und schon funktionierte das Ganze besser. Eigentlich ist Tristan im Buch ja 16 und Jonata 13, doch verhalten sie sich eher, als wären sie noch gar nicht richtig in der Pubertät. Kindisch und doch sehr naiv eben. Schade fand ich es auch, dass sich beide Figuren so unglaublich stark gleichen. Ihre Art ist fast dieselbe und selbst ihre Tagesabläufe sind sehr ähnlich strukturiert.
Auch alle anderen Figuren wirken nicht wirklich natürlich sondern in ihrer Art sehr aufgesetzt und hölzern. Bei den Erwachsenen kann ich das Ganze sogar noch verstehen, denn sie wissen, dass sie permanent beobachtet werden und ihr Leben eine Realityshow ist, dennoch verhalten sich auch die Kinder nicht anders. Dadurch konnte ich bei keiner einzigen Figur eine wirkliche Persönlichkeit erkennen, die sie einzigartig macht. Es war eher, als wären alle Figuren eine graue Masse.

Schreibstil
Mit dem Schreibstil von Deana Zinßmeister bin ich mir nicht so sicher. Sie schreibt relativ simpel, ohne völlig anspruchslos zu sein. Ihr Schreibstil ist eigentlich ideal für junge Leser, die sich vielleicht das erste Mal an ein längeres Buch, das keine Schullektüre ist, herantasten möchten.
Ihre Figuren in „Das Auge von Licentia“ leben ja in einem mittelalterlichen Dorf und dass die Personen etwas geschwülstig reden, ist sogar sehr passend und ich musste auch schmunzeln, als es sogar von den Erwachsenen angesprochen wurde, dass diese Sprechweise nervt, allerdings verfällt auch ihr Schreibstil manchmal in diese altertümliche Sprache, was dann doch irgendwie für mich nicht zum Rest passte.


Inhalt
Auch, wenn ich eigentlich ungern das wiederhole, was bereits in vielen anderen Rezensionen erwähnt wurde, kann ich trotzdem nicht anders, als den Vergleich zur Truman-Show zu ziehen. Es ist nun mal einfach so, dass man das ganze Konzept wohl einfach nicht besonders neu erfinden kann, und die Autorin konnte es hin und wieder abwenden, doch ist das Truman-Feeling gerade in der ersten Hälfte des Buches sehr präsent. Immerhin kann ich euch auch sagen, dass sich das ab der zweiten Hälfte ändert und man nicht den völligen Inhalt der Story voraussehen kann, nur weil man den Film kennt, was ich ja anfangs befürchtet hatte. Abgesehen davon habe ich beim Lesen auch gemerkt, dass ich mich wohl etwas vergriffen hatte, was das Buch anging.- Oder Falsches erwartet hab. Nach einer Leseprobe und dem Klappentext dachte ich mir, dass dieses Jugendbuch auch etwas für Leser sein könnte, die etwas über der Altersempfehlung liegen (Die ich von 12 Jahren sogar noch etwas heruntersetzen würde), jedoch hatte ich mich da wohl getäuscht. Als Minuspukt kann ich das dem Buch allerdings nicht anrechnen, denn es war ja schließlich ein Fehler meinerseits.

Es brauchte seine Zeit, bis die ganze Story in Gang kam und ich wirklich wissen wollte, wie es denn nun weiter geht. Einen kleinen Puffer gab es da allerdings trotzdem, denn wer richtige Action erwartet ist bei „Das Auge von Licentia“ fehl am Platz. 
Nach dem Klappentext und den ersten Kapiteln hatte ich erwartet, dass die Manipulation der Moderatoren, beziehungsweise des Fernsehteams im Vordergrund stehe würde. Dass ich als Leserin miterleben würde, wie die Leben der Menschen streng von den Produzenten geleitet werden und man vielleicht sogar mehr Unwollen der Erwachsenen bemerkt. Diese Aspekte sind allerdings eher semi-präsent, obwohl einzelne Kapitel den Leuten „hinter den Kameras“ gewidmet sind. Stattdessen ist die plötzliche Romanze zwischen Jonata und Tristan eher der Mittelpunkt und der wurde mir leider auch viel zu plötzlich vor die Füße geworfen. Die beiden stoßen einmal im Wald im Dunkeln aufeinander und plötzlich beginnt die große Schwärmerei. Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn sich das langsam aufgebaut hätte und nicht gleich in einem Schmachten nach dem jeweils anderen resultiert wäre. Eine Art „Romeo und Julia“ in neu quasi. Die Idee hinter all dem, also der „heimlichen“ Realityshow, einer verbotenen Romanze zwischen zwei sehr jungen Leuten, die aus rivalisierenden Dörfern stammen und die zwielichtigen Strippenzieher waren an sich eine sehr gute Idee und hätten mich in einer anderen Umsetzung sicher mehr angesprochen, doch leider waren mir viele Geschehnisse viel zu überstürzt, unrealistisch und die Figuren zu unecht und übertrieben.- Selbst, wenn ich danach gehe, dass dieses Buch für Leser ist, die um einiges jünger als ich sind.

„[...] Ich habe sonst niemanden mehr auf dieser Welt, dem ich vertrauen kann.“, flüsterte sie. Er legte seine Arme um ihre Hüfte und zog sie an sich. „Du darfst nicht verzweifeln, Joanata. Schon bald wirst du wieder lachen können, das verspreche ich dir“, flüsterte er in ihr Haar.
Seite 268

Ein Buch, das sich mit einer interessanten Thematik auseinandersetzt, jedoch für mich in den Punkten Protagonisten und Story, beziehungsweise Spannungsaufbau einiges einbüßt.

3/7

ISBN 978-3-401-60350-6


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Mittwoch, 28. März 2018

{Rezension} Das Fehlen des Flüsterns im Wind

 „Ich bin noch hier!“, rief er herausfordernd in den Raum. Aber nicht einmal ein Echo antwortete ihm. Sein Ruf verklang ungehört im Nichts und die Stille wog schwerer als zuvor.
Ein alter Uhrmacher vor einem Rätsel. Endlose Wanderungen durch Eis und Schnee. Lockende Versprechungen eines Baumes. Wenn das Licht schwindet und die Schatten dichter zusammenrücken, wenn kalte Finger nach dir greifen und dein Weg unweigerlich zu Ende scheint: Wem schenkst du dein Vertrauen?
21 phantastische Geschichten vom Grund der Dinge. Zum Gruseln, Träumen und Nachdenken.
Geheimnisvoll, düster und melancholisch erzählt Miriam Schäfer von den Welten zwischen Traum und Wirklichkeit, Licht und Schatten, Wahrheit und Legende.

Das hier ist nach Jahren die erste Rezension, die ich über eine Kurzgeschichtensammlung schreibe. Da alle 21 Kurzgeschichten in „Das Fehlen des Flüsterns im Wind“ recht individuell sind, habe ich mich dazu entschlossen, „Figuren“, „Schreibstil“ und „Inhalt“ nicht wie gewohnt getrennt zu bewerten, sondern meine Rezension in einem Fließtext zusammenzufassen. So fällt es mir einfach leichter, das Buch als Gesamtes zu rezensieren. Denn, seien wie ehrlich, wenn ich jede Geschichte einzeln bewerten würde, würde ich die kommenden Tage zu gar nichts mehr kommen.
Das nur als kleine Info am Rande.


Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich immer einen Bogen um Kurzgeschichten gemacht habe, einfach, weil ich annahm, dass sie mir nicht so viel geben könnten wie ein Buch, aber- Oh Boy!- Miriam Schäfer hat mich eines Besseren belehrt. 
Ich wollte mir die 21 Kurzgeschichten ursprünglich einteilen, um mehrere Tage etwas vom Buch zu haben, doch war es wie mit Keksen: Man gönnt sich dann doch noch eine Seite, und noch eine, und schon ist man am Ende angelangt. Dazu noch die Art und Weise, wie die Darstellungen „schmecken“!- Wie Bitterschokolade, die langsam auf der Zunge zergeht.
Schon von der ersten Geschichte an bekam ich ein Gefühl für den Schreibstil der Autorin. Ihre Storys sind immer sehr stimmungsvoll und geben eine ganz besondere Atmosphäre wider. 
Wer im Deutschunterricht ein bisschen aufgepasst hat, weiß ja, dass Kurzgeschichten fast immer wie ein Ausschnitt aus einem großen Ganzen wirken und darin sehr selten einfach Orts- oder Zeitsprünge stattfinden und die Enden für gewöhnlich offen sind. Meistens also auch ohne Vorgeschichte wird der Leser direkt vor eine Situation gesetzt. Logischerweise bringt das auch einige Geheimnisse über die Personen, Orte und ihre Vergangenheiten mit sich. Miriam Schäfer hat diese Tatsache sehr gekonnt für ihre Kurzgeschichten genutzt. Sie spielt förmlich mit dem Nichtvorhandensein von näheren Details, beziehungsweise den im Schatten liegenden Hintergründen und baut mit wenigen Worten sehr bildreiche Storys darum, die mal obskur, mal sehr emotional oder auch rabenschwarz und hoffnungslos sind.
Wie ein kleines Kunstwerk, das man länger betrachten muss, um verstehen zu können, was man sieht, brauchte es manchmal auch eine Weile des Grübelns, bis ich den Kern oder die Botschaft hinter der Geschichte, die ich gerade gelesen habe, erkennen konnte.- Wobei ich gestehen muss, dass ich sehr sicher bin, dass jeder Leser die Geschehnisse im Buch unterschiedlich wahrnimmt und erlebt.- Aber jede von ihnen, egal wie kurz, gab mir das Gefühl, mich in der einen oder anderen Art und Weise bereichert zu haben.
Hierzu möchte ich aber auch sagen, dass es für mich auch wichtig war, die Kurzgeschichten nicht zu sehr zu zerdenken. Sie alle waren, mal mehr, mal weniger, surreal und teilweise habe ich dann lieber die Absonderlichkeit mancher Handlungen und Szenen hingenommen, statt die gelesenen Seiten zu Tode zu analysieren. 

Sie war Licht und Luft und Nichts, und doch so wirklich wie das Blätterrauschen in der Nacht.
Seite 31, „Purpurnacht“

„Sie haben, was sie brauchen, ich gab ihnen ein Herz! Was könnte sie besser führen? Sie müssen nur lernen, darauf zu hören!“
Seite 92, „Der Puppenspieler“

Deine Berührung brennt wie Feuer auf meiner Haut. Ich bin gefangen zwischen dem Wunsch, mich dieser Phantasie hinzugeben und dir nah zu sein, und dem Wissen, dass ein Nachgeben mich nur schneller in den Traum hinabziehen wird. Ich will nicht schlafen.
Seite 168, „Das Fehlen des Flüsterns im Wind“

Nebulöse, surreale Kurzgeschichten, geschrieben von einer Autorin, die wunderbar mit Worten malen kann.- Was will man mehr?

7/7
Mariam Schäfer wurde 2014 für "Claire" (auch in "Das Fehlen des Flüsterns im Wind" enthalten) mit dem Deutschen Phantastik Preis für die "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" ausgezeichnet.
(Diese Geschichte war auch einer meiner Lieblinge...:3)

ISBN: 9783862825639

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!
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Montag, 26. März 2018

{Montagsfrage} Wenn du schon mal daran gedacht hast ein Buch zu schreiben, welches Genre wäre es?

Diese Aktion findet jeden Montag über Buchfresserchen statt.:)

26. März: Wenn du schon mal daran gedacht hast ein Buch zu schreiben, welches Genre wäre es?

Ich glaube, mit so ca. 11 Jahren habe ich schon angefangen zu schreiben. Auf meinem Laptop habe ich insgesamt 9 angefangene Bücher unterschiedlichster Genres.- Unter anderem High Fantasy, Dark Fantasy, Horror und eine Kurzgeschichte. Aber wie gesagt: Sie sind nur angefangen. Irgendwie hatte ich nie den Mut, dranzubleiben, weil ich mir sowieso nie Hoffnung gemacht habe, dass es jemand lesen würde. Eigentlich eine bescheuerte Einstellung, denn letztendlich habe ich diese Geschichten ja für mich geschrieben. Mein "neuestes" Buch habe ich mit 18 begonnen und ich denke wirklich jeden Tag daran, aber irgendwie fehlt mir die Motivation. Da ist eine Blockade, die ich nicht loswerden kann. Im Kopf habe ich die gesamte Story schon zusammengesponnen, aber ich bekomme sie nicht zu Papier. Vielleicht sollte ich mich mal wieder ein paar Nächte damit beschäftigen...




Donnerstag, 22. März 2018

{Rezension} Divine - Auferstehung

"Mein Name ist Landon. Ich bin tot. Zumindest sollte ich das sein. Statt die Ewigkeit auf einer weichen Wolke zu verbringen, soll ich auf die Erde zurückgeschickt werden. Warum? Ich bin angeblich ein Diuscrucis, eine sehr seltene Mischung aus Mensch, Dämon und Engel. Wesen wie ich sind dazu auserwählt, die bösen und die guten Mächte im Gleichgewicht zu halten. Keine Seite darf gewinnen, denn dies würde den Untergang der Menschheit bedeuten. Soviel zur Theorie. Die Wahrheit: es ist ein echter Höllenjob …"

„Das Gute, das Böse und der arme Kerl dazwischen“ Der erste Band der Bestseller-Serie aus den USA. Actionreich, höllisch spannend, mit einer Prise schwarzem Humor!

Figuren
„Divine“ erzählt die Geschichte von Landon, der bei seiner Arbeit im Museum von einer mysteriösen Frau umgebracht wird und sich plötzlich in der Welt zwischen Himmel und Hölle wiederfindet.- Tot, aber irgendwie auch nicht. Und mit seiner Ermordung nimmt sein „Leben“ erst wirklich Fahrt auf. Sein neuer „Job“ als Diuscrucis (halb Engel, halb Dämon) ist es nun, das Gleichgewicht zwischen beiden Seiten aufrecht zu halten, beziehungsweise es überhaupt wieder herzustellen, denn die Hölle gewinnt an Stärke. Zu Beginn stellt er sich bei dem Ganzen allerdings eher weniger fähig an, kämpft sich jedoch immer wieder mit einer Menge Glück durch und weiß sich sogar zu helfen, wenn ihm mal wieder ein viel stärkerer Feind ans Leder will.
Mit der Zeit kommen auch zwei Sidekicks dazu: Obi-Wan (Ja, der arme Kerl heißt wirklich so.), ein Ex-Soldat, der nicht nur Muskeln sondern auch eine Menge Hirn beisteuert, und Rebecca, die Landon ebenfalls immer wieder aus der Scheiße zieht und ein bisschen für ihn in die „Guide-Rolle“ schlüpft.

Schreibstil
M. R. Forbes beginnt „Divine“ lustig und mit viel düsterem Humor, lässt die Handlung aber auch schnell höchst blutig und grausam werden.- Allerdings nicht zu übertrieben. Als „gory“ würde ich das Ganze noch nicht bezeichnen.
Der Autor beschreibt die Szenen ohne viel Drumherum und gibt hin und wieder ein paar Details, die wirklich wichtig sind, wodurch genug Raum für die eigene Vorstellung bleibt. Es fiel mir sehr leicht, in die Story zu finden und eigentlich bin ich nie wirklich herausgekommen oder „abgedriftet“. 


Inhalt
Wenn in einem Buch der Hauptcharakter in eine völlig neue Welt katapultiert wird oder seine eigene auf ganz andere Weise neu kennenlernt, braucht es meist eine ganze Weile Vorgeplänkel, bis die Haupthandlung anfangen kann. Immerhin muss die Figur sich ja erst einmal mit allem vertraut machen. Forbes hat das Ganze allerdings sehr gekonnt umschifft, weil Landon einfach nicht die Person für lange Erklärungen ist. Abgesehen davon hat er auch gar keine Wahl, als sich sofort blind ins Getümmel zu stürzen, denn durch einen Angriff der Dämonen wird er von dem getrennt, der ihm eigentlich das Wichtigste beibringen soll. So habe ich mit Landon zusammen also all die neuen Monster und himmlischen Wesen kennengelernt, die sich so in seiner Stadt herumtreiben. Es baut sich allein schon dadurch unheimliche Spannung auf, dass Landon und ich immer ungefähr gleichviel, oder eher gleichwenig wussten, was um ihn herum überhaupt aus welchen Gründen passierte.
Ich scheue mich ja davor, Himmel und Hölle ins klassische „Gut und Böse“ einzuteilen, denn auch hiermit bricht der Autor und zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint und dass weder der Himmel durchgehend tadellos ist, noch dass die Hölle nur Schlechtes hervorbringt. Landon muss sich also mit beiden herumschlagen und ist der eine Gegner gerade besiegt oder ein Problem gelöst, steht der nächste Feind schon hinter der nächsten Ecke. Es geht also immer wieder vom Regen in die Traufe und währenddessen entpuppt sich die ganze Story auch noch als ein blutiger, übernatürlicher Selbstfindungstripp der etwas anderen Art. Denkt aber nicht, dass es in „Divine“ nur um stupides Geschredder der Gegner geht! Tatsächlich gibt es viel Handlung um die Kämpfe herum und es ist auch immer wieder eine Gewissenfrage von Landons Seite aus, was er tun soll.- Immerhin kämpft er auch gegen Engel, die im eigentlichen Sinne ja „das Richtige“ wollen und verkörpern sollen.
Als ich dann die letzte Seite gelesen hatte, konnte ich gar nicht wirklich glauben, dass in der Handlung nur wenige Tage vergangen sein sollen, denn für mich fühlte es sich an, als hätte die Story ganze Jahre gefüllt. Und das Ende selbst werde ich dem Autor sowieso niemals verzeihen. Er hat den Cliffhanger des Todes in das Finale eingebaut und ich muss möglichst schnell den zweiten Band in die Hände bekommen!

Sogar nachdem ich gestorben und wieder auf diese Welt zurückgekehrt war, hatte ich niemals darüber nachgedacht, warum ich existierte, warum ich zurückgekommen war. Ich war einverstanden gewesen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich musste, aber warum? Es war so leicht, das zu fragen, aber so schwer, zu beantworten.
Seite 192

Ich hatte keine Ahnung, was die wunderschöne Kreatur hinter dem Steuer in mir sah, aber aus irgendeinem Grund wollte sie bei mir sein, auf meiner Seite. Es war verrückt, aber trotz allem war ich in diesem Moment glücklicher als je zuvor.
Seite 273

„Menschlich zu sein ist nicht sehr anders als das“, sagte ich. „Man tut einfach sein Bestes, um Spaß zu haben, bei Verstand zu bleiben, nicht einsam zu sein und um all die Arschlöcher herumzunavigieren.“
Seite 275

Eine wirklich geniale Story mit glaubwürdigen Charakteren und einer Menge Action und mehr Emotion, als ich erwartet hätte.

7/7

ISBN: 978-3945493700

"Divine - Auferstehung" wird es ab dem 9. April im neuen Gewand geben!
Aus "Divine" werden "The Divine Chronicles".

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!


Dienstag, 20. März 2018

Das war meine Leipziger Buchmesse 2018! - Teil 1

Da ich es schon nicht zur Frankfurter Buchmesse 2017 geschafft habe, einen kleinen Beitrag zu schreiben, hatte ich mir das wenigstens fest für die Leipziger Buchmesse 2018 vorgenommen. Nun... Viele Bilder habe ich dort leider trotzdem nicht gemacht, allerdings habe ich so tolle neue Menschen kennengelernt und alte Bekannte wiedergetroffen, dass ich euch das Ganze dann trotz mangelnder Fotos nicht vorenthalten wollte. ;)
(Außerdem konnte ich immerhin meine Ausbeute für euch festhalten. Verzeiht nur bitte die miese Qualität.- Die Bilder sind spät abends entstanden, als ich wieder zu Hause war.)

Eigentlich habe ich es ja immer so gehandhabt, dass ich bereits unter der Woche zur LBM gefahren bin, um nicht in den Menschenmassen ertrinken zu müssen. "Leider" war jedoch eine meiner Lieblingsbands (Harakiri For The Sky) in Erfurt und ich konnte einfach nicht anders, als Donnerstag dafür die Messe flöten zu lassen und zum Konzert zu fahren. Also ging es erst Samstag für mich Richtung Leipzig. Für gewöhnlich sind das von mir zu Hause aus ca. 1 1/2 Stunden Fahrt. Ja, tja... Der Schnee hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich musste nicht nur mit 10km/h über die verwehten Straßen kriechen, ich stand am Ende auch 4 Kilometer vor der Messehalle im Stau. 4 Stunden lang. Halleluja. Geplant hatte ich eigentlich, gegen 10:00 Uhr da zu sein. Letztendlich stand ich dann mit geschwollener Halsschlagader gegen 15:00 Uhr endlich auf dem Presseparkplatz. Ein kleiner Trost: Es war relativ leer für einen Samstag. Schade für die Aussteller, gut für die, die sonst von den Leuten über den Haufen gerannt werden. (Was nicht heißt, dass ich nicht wieder getreten, geschubst und mit Ellenbogen höchst freundlich zur Seite geschoben wurde. Da geht es wirklich im Moshpit ruhiger und gesitteter zu.) Aber all das konnte mir die Stimmung nicht mehr verhageln. Ich war endlich auf der Messe. In meiner Welt. Irgendwie. Mit 283563457 anderen Leuten.- Aber egal.
12:00 Uhr stand für mich eigentlich ein Bloggertreffen beim Acabus Verlag an, das ich ja nun leider nicht wahrnehmen konnte. Allerdings wollte ich mich wenigstens entschuldigen, bin also zum Stand gestiefelt und glücklicherweise hatten alle völlig Verständnis dafür. (Hier auch nochmal ein Shoutout an das wundervolle Team vom Acabus Verlag, das mir direkt Wasser in die Hand gedrückt hat, als ich hoch traumatisiert vom Stau erzählt habe...:D) "Nordland" konnte ich vom Treffen dann leider nicht mitnehmen, allerdings wurde mir versichert, dass ich es zugeschickt bekomme. (Yeay!:3) Außerdem hatte ich großes Glück, denn Carl Wilckens, der Autor von "13 - Das Tagebuch", war zufällig auch grad in der Nähe und konnte mir das gute Stück direkt signieren. Ein bisschen Quatschen konnte ich auch mit ihm. Ich finde es überhaupt eigentlich immer toll, die Autoren kennenzulernen. So lesen sich ihre Bücher auch immer nochmal ganz anders.


Eigentlich bin ich ja nicht unbedingt eine von denen, die immer Glück haben, doch dieses Jahr scheint überhaupt alles mal ganz anders zu sein. Denn bei Edition Roter Drache gab es ein kleines großes Gewinnspiel, bei dem man mitmachen konnte, wenn man den Phantastischen Reiseführer hatte. Und ich hatte doch tatsächlich gleich beim ersten Mal Ziehen den Hauptgewinn! (Den habe ich einen Tag später übrigens direkt nochmal gezogen, allerdings dann meinem Sophielein geschenkt. Dass ich Sophie überhaupt gefunden habe, war genau genommen auch ein Glücksfall, denn mein Akku war hinüber und wir wollten zusammen bei Luise übernachten und hätten uns wohl nie gefunden, wenn ich sie nicht in der Menge entdeckt und laut nach ihr gerufen hätte.:D)
Der Hauptgewinn bestand übrigens aus der Anthologie "Mütter - Eine überraschende Anthologie" und noch einigen Goodies und Kleinigkeiten. Ich bin ja schon höchst gespannt darauf, denn Sophie und ich durften bereits die Herausgeberin Anja Bagus kennenlernen.- Eine sehr sympatische Autorin, der man die Leidenschaft für das, was sie macht, wirklich anmerkt. Außerdem war die genauso aufgedreht wie wir. (Vielleicht sogar ein bisschen mehr.) Eine Rüge von ihr gab es auch direkt dafür, dass wir keine Zeitreisepässe besessen haben.:D


Am Samstag ist noch ein weiteres Buch bei mir eingezogen, auf das ich eher zufällig gestoßen bin: "Der Axolotlkönig" aus der Märchenspinnerei von Sylvia Rieß. Eigentlich hatte mich nur der Stand angelockt, weil ich bis auf ein Buch noch nichts aus den Regalen kannte. Da bin ich dann mit der Autorin ins Gespräch gekommen und als sie mir die völlig verrückte und absurde Geschichte von Leonie und Fynn erzählt, konnte ich einfach nicht anders und musste den Axolotlkönig mitnehmen. (Natürlich signiert!) Außerdem gab es den dann auch noch zu einem kleineren Preis, weil es bald eine neue Auflage vom Buch geben wird. Was will man machen?, ich bin eine Schnäppchenjägerin und die ersten Seiten  und die Faszination der Autorin für all ihre Geschichten haben mich dann so vom Buch überzeugt, dass ich es einfach haben musste. Außerdem haben Sylvia und Sabrina (sie hat "Unter schwarzen Federn" geschrieben, was ich mir demnächst auch noch besorgen will) mir auch ein bisschen von der ganzen Märchenspinnerei erzählt, denn ich musste gestehen, dass ich bis dahin noch nichts von dem Ganzen gehört hatte.- Dabei ist das eine echt gute Sache! Ich kann das nicht so gut beschreiben, also habe ich mir mal den Text der Autorinnen von ihrer Seite gemopst:

"Das Projekt entstand im Mai 2016 im Fantasyautorenkreis Tintenzirkel. Einige von uns sind bereits sehr erfahren und haben Literaturpreise gewonnen. Andere geben mit der Märchenspinnerei ihr Debüt. Zusammen sind wir immer stärker als alleine. So sind viele von uns nicht nur Autoren, sondern auch Lektoren, Coverkünstler, Marketingexperten und mehr. Jeder bringt sich ein, wie er kann, und so entstehen gemeinschaftlich Marketingkonzepte, während die Aufgaben untereinander aufgeteilt werden. Zusätzlich arbeiten wir gemeinsam an den Texten und unterstützen uns bei den Veröffentlichungen."



So, das war der erste Teil meines kleinen Messeberichts. ;)
Teil 2 folgt bald!