Samstag, 7. Oktober 2017

PV Lesenacht | Updatepost

Hallöchen an alle und willkommen zur Lesenacht!
In einer Stunde, also 20:00 Uhr stelle ich euch die erste Frage, also bleibt schön dran.

Was werdet ihr heute alle so lesen?
Lest schon mal fleißig los, während ich alle Teilnehmer hier in der Zwischenzeit eintrage.;)

19:49 Uhr - Hilfe, was soll ich überhaupt lesen?:D
19:52 Uhr - Ich starte mal mit "Die Blausteinkriege II - Sturm aus dem Süden" und mal sehen, in welche Bücher ich noch so reinlesen werde.:D

20:00 Uhr - Tattattatataaaa. Frage Nummer 1!

Bei mir kommen da grausige Erinnerungen hoch... "Gegen das Sommerlicht".- Brrr. Wahrscheinlich das schlechteste Buch, zu dem ich jemals gegriffen habe.
Stupide Charaktere, alles ist vorhersehbar und eigentlich habe ich nur weitergelesen, weil ich gehofft habe, jemand stirb noch.:D
Habe damals auch eine Rezension verfasst... Immerhin hat das Spaß gemacht.

(Und damit ist auch schon verraten, wie die Lesenacht mit dem Verlag in Verbindung steht. ;) Statt "irgendwelche" Fragen zu stellen, haben wir beschlossen, sie alle thematisch mit ein paar Papierverzierer-Büchern zu verbinden. Wer weiß, vielleicht findet dadurch jemand von euch sein neues Lieblingsbuch?)

21:00 Uhr - Oh hilfe, schon zwei Stunden gelesen! Und wie weit ist Annabel?... Voll nicht weit.:D


Also bei den Blausteinkriegen muss ich direkt an Fische denken. (Vielleicht, weil sich einiges ums Meer dreht?) Also mich würde wohl ein silberner, dicker Fisch in diese Welt führen. Fragt mich nicht wie... Vielleicht mit zwei Beinen und einem Gehstock. Und er kann zaubern und sich unsichtbar machen.:D

21:36 Uhr - Mimimi, ich kann mich nicht bewegen. Ein Kätzchen ist auf meinem Schoß eingeschlafen.:D

22:00 Uhr - Nächste Frage!


Ich glaube, ich würde einfach ein paar Figuren herausnehmen, die nicht allzu wichtig sind. Irgendwie fällt es mir gerade schwer, Hinz und Kunz auseinanderzuhalten.:D

23:00 Uhr - Oha, nur noch eine Stunde und ich hab nicht annähernd so viel gelesen, wie ich schaffen wollte! Na gut, dafür passe ich auf ein Kätzchen auf. Das entschuldigt es wohl...
Seid ihr bisher mit eurem Fortschritt zufrieden?
Achja:

Einen einzigen richtigen Hauptprotagonisten gibt es nicht. Ich entscheide mich jetzt einfach mal für Sara, weil sie verdammt nützlich sein könnte. Eine Ehefrau die sich unsichtbar machen und mit Waffen umgehen kann, ist bestimmt früher oder später nützlich.^^

24:00 Uhr - Domdomdoooom. Und das war's schon! Mir kommt es jedenfalls so vor, als sei die Zeit extrem schnell vorangegangen.;)
Jetzt nur noch eine letzte Frage an euch:

Ich würde mir definitiv direkt "Die Augen des Iriden" aussuchen. Denn so könnte ich auch in verschiedene Gemälde und Fotografien eintauchen und irgendwann würde ich wahrscheinlich so oft von Welt zu Welt hüpfen, dass ich gar nicht mehr wüsste, wo ich bin... Wobei... Klingt schon gar nicht mehr so gut.:D


Teilnehmer

Donnerstag, 5. Oktober 2017

PV Lesenacht am 7. Oktober | Anmeldung

Endlich findet wieder eine Lesenacht auf Bookdemon statt! Und nicht nur irgendeine. ;) Da dieses Jahr unsere Papierverzierer Lesechallenge läuft, wird sich diese Lesenacht ein bisschen am Papiererzierer Verlag orientieren. Aber keine Sorge! Diese Lesenacht ist nicht nur für die Teilnehmer der Challenge, sondern für jeden, der mitmachen möchte. Ich müsst auch gar kein Buch aus dem Verlag kennen oder den Verlag selbst (wobei ihr das nach dieser Lesenacht wohl werdet). Die Aufgaben und Fragen werden sich lediglich thematisch etwas am Verlag orientieren. Mehr verrate ich euch nicht, also lasst euch überraschen. ;)
Ansonsten wird diese Lesenacht so ablaufen wie jede andere bisher.
Jede volle Stunde werde ich meinen Post zur Lesenacht, den ich zum Start erstelle, updaten. Dort findet ihr dann immer eure Aufgaben und/oder Fragen, die es zu lösen/beantworten gilt. Die Lesenacht wird 19:00 Uhr starten und endet vorraussichtlich 24:00 Uhr. Natürlich könnt ihr auch später einsteigen und früher aufhören, falls ihr noch anderes vorhabt.- Absolut kein Problem. ;)
Wenn ihr einen Blogpost zur Lesenacht schreibt, könnt ihr mir gern den Link hier in die Kommentare kopieren, dann verlinke ich euch hier. Die Aufgaben und Fragen beantwortet ihr dann in eurem Post. Wer keinen Blog hat, kann auch gern einfach unter dem Update-Post in die Kommentare schreiben. (Natürlich steht euch die Kommentarfunktion auch für alles andere zur Verfügung und unterhalten und austauschen könnt ihr euch dort gerne auch.)
Noch etwas vergessen?
Ich denke nicht. ;)

Also fehlt nur noch ihr!
Tragt euch einfach (auch gern mit Bloglink) hier in den Kommentaren ein und ich füge euch der Teilnehmerliste hinzu!

(Regeln zu den Büchern, die ihr lest, gibt es natürlich nicht. Alle Genres sind erlaubt und gern gesehen.)


Teilnehmer





Donnerstag, 28. September 2017

{Rezension} Der Todeskuss



Als Marko einen rätselhaften Brief erhält, der ihm berichtet, sein Vater sei in Venedig in allergrößter Gefahr, macht er sich auf die Reise dorthin. Er trifft auf Sorrel, deren Vater einem unerklärlichen Wahnsinn verfallen ist und nur von Markos Vater geheilt werden kann. Sie machen sich auf eine gefährliche Suche, die sie beinahe das Leben kosten wird, und geraten an einen merkwürdigen alten Mann mit anscheinend übermenschlichen Kräften. Von ihm erfahren sie, welch bedrohlichem Feind sie gegenüberstehen: Die Schattenkönigin hat begonnen, ihre Armee von Vampiren zu versammeln und Markos Vater zu vernichten, um die Herrschaft über die Stadt zu erlangen.

↠ Figuren ↞
Marko lebt mit seinen Eltern und seinen acht Geschwistern in einem kleinen Haus auf dem Lande. Sein Vater ist Arzt und befindet sich auf einem Einsatz in Venedig, um dort einen alten Bekannten zu heilen, der seit langer Zeit unter Anderem an Schlafstörungen leidet. Als eines Tages jedoch ein Brief bei seiner Familie eintrifft, in dem steht, dass er vermisst wird, macht sich Marko auf die Suche nach ihm.
Zu Beginn noch sehr unsicher in der großen, wüsten Stadt auf dem Wasser, gewinnt Marko nach und nach und mit jeder Herausforderung an Kontur, wobei seine Charakterentwicklung noch stärker hätte sein können.
In Venedig trifft Marko auf Sorrel, die Tochter des Patienten von Markos Vater. Sie ist mir bis zum Ende sehr unsympathisch gewesen.- Eine verzogene, vorlaute Göre, die sich oft laut und einfältig benimmt. Sie wirkt die gesamte Zeit wie eine merkwürdige, venezianische Kreuzung aus Hardcore-Emo und Besserwisserin. Zwar passt sie selbst ganz gut in die Geschichte, doch bleibt sie sehr stumpfsinnig und ich hätte mir wenigstens am Ende einen kleinen Wandel ihrer Art gewünscht.

↠ Schreibstil ↞
Nach „Das Buch der toten Tage“ und „Der Gesang der Klinge“ habe ich eine wahre Schwäche für Marcus Sedgwick entwickelt. Er hat ein Talent dafür, abrupt in Welten zu entführen und ohne viel Drumherum ein wunderbaren Gesamtbild zu erschaffen.
In „Der Todeskuss“ gibt er Venedig einen ganz eigenen, düsteren und verführerischen Zauber, der mich gleich in seinen Bann gezogen hat, auch, wenn sein Schreibstil in diesem Buch sehr simpel gehalten ist.

↠ Handlung ↞
Bis auf den letzten Abschnitt passiert in „der Todeskuss“ relativ wenig, die spannenden Stellen sind spärlich verteilt und auch im Allgemeinen ist die Handlung eher flach gehalten. Hinzu kommt, dass Marko und Sorrel kaum wirklich etwas tun. Sie bewegen sich von A nach B, während sie über einiges spekulieren und hin und wieder über zwielichtige Gestalten stolpern, aber das war es dann auch schon. Außerdem ist es mehr als ärgerlich, dass der Klappentext bereits 90% der Geschichte spoilert und mehr als irreführend ist. So ist „der Todeskuss“ beispielsweose gar keine Geschichte über Liebe und der „Verlust“ hält sich ebenfalls in Grenzen. Zwar gibt es zum Ende hin noch eine kleine Überraschung, die dieses Buch sogar in Verbindung mit „der Gesang der Klinge“ bringt, aber wirklich trösten konnte mich dieser Umstand auch nicht. Letztendlich war die gesamte Handlung wie lauwarmes Bier.- Irgendwie war es etwas, was wirklich Potential hatte, aber letztendlich konnte ich es gar nicht abwarten bis es vorbei war.

"Nur der Mensch ist sterblich, dachten die Alten. Denn nur der Mensch weiß, dass er sterben wird."
Seite 61

"In ganz Venedig vollzog sich die unheimliche Verwandlung, die jeden Abend stattfand. Aus einer Stadt, die einem bei Tage vertraut sein mochte, wurde eine bizarre fremde Welt der rätselhaften Anblicke, der unvorstellbaren Liebschaften und der unerfüllten Versprechen."
Seite 129

"Sag, was weißt du von der Welt?
Das war eine sonderbare Frage, aber andererseits war diese ganze Nacht sehr sonderbar."
Seite 196

Ein schöner Schreibstil und die gute Hintergrundidee konnten diese doch recht langweilige Geschichte für mich leider nicht wirklich retten.

3/7


So wie es aussieht, gibt es dieses Buch nur noch gebraucht zu kaufen, daher kann ich euch leider keinen Link geben.- Sorry for that.
ISBN: 978-3423248075


Dienstag, 19. September 2017

Papierverzierer Lesechallenge - 4. Update


Es ist soweit! Das vierte Update unserer Papierverzierer Lesechallenge ist endlich fertig (es wurde auch langsam mal Zeit, ich weiß... bitte verzeiht) und ihr könnt alle noch einmal nachsehen, auf welchem Platz ihr bisher seid und was ansonsten noch an Büchern gelesen wurde. 
Weitere Anmeldungen sind natürlich auch immer noch möglich, denn das Jahr ist ja noch lange nicht vorbei.;) (Dafür folgt ihr einfach diesem Link und tragt euch ein.) 
Also ohne viel drumherum.- Folgende Punkte haben unsere fleißigen Bienchen in den letzten Monaten erlesen:

Alica: 47 Punkte
Phoenix - Tochter der Asche (PV)
Alice - Follow the White (PV)
Vita (PV)
Zombies weinen nicht (PV)
Reckless (PV)

Annalena: 10 Punkte
Paket, Das
Rubinmond
Lovesong für dich

Annette: 8 Punkte
Amokspiel
Vor meinen Augen

Anni-chan: 15 Punkte
Polarschattenmagie
Als die Bücher flüstern lernten
Ersehnt  

Anja: 92 Punkte
Phönix – Tochter der Asche (PV)
Als die Bücher flüstern lernten
Im Zentrum der Lust
Elfenkind
Rotkäppchen und der Hipsterwolf
Vita (PV)
Es breitet sich aus
Rabenkönigin, Die
Zombies weinen nicht (PV) 
Räuberherz 
Abbadon (PV)
Es beginnt
Geheimnis der Alice Sparrow, Das (PV)

Bianca: 47 Punkte
Perfect Girl
Projekt Rahanna 
Prepper (PV)
Phoenix - Tochter der Asche (PV) 
Vampirjägerin inkognito: Verfluchte Liebe 
Vita (PV)

Büchermomente: 9 Punkte
Alice-Follow the White (PV) 

Isbel: 35 Punkte
Profilerin, Die
Prinzessin der Wüste - Verkauft (PV)
Im Bann der zertanzten Schuhe 
Requia - Heimkehr
Zeitungsenten küsst man nicht
Verborgene Gabe, Die
Glashaus 

Jasmin: 25 Punkte
Phoenix - Tochter der Asche (PV)
Elfenwächter
Rubinmond
Exordium
Elesztrah 2
London 

Jessica: 28 Punkte
Alaska Heart
Elena & Josh
Zeitenzauber
Versuchung
Lunadar
Angel's Guardian
Grey  

Kerstin: 77 Punkte
Phantastische Tierwesen
Alice-Follow the White (PV)
Paper Princess 
Eiskalter Atem (PV)
Reich der sieben Höfe, Das
Verborgene Liebe 
Erwählte, Der
Reich der sieben Höfe, Das
Erwählten von Aranea Hilld, Die
Rebellin, Die
Ein Käfig aus Rache und Blut
Rebellin, Die
Ein Thron aus Knochen und Schatten
Romina - Tochter der Liebe
Licht und Schatten

Alice = Alice (PV)
Graues Herz

Klaudia: 10 Punkte
Im Netz der Nacht
Eve's Geheimnis
Lara 

Nathalie: 13 Punkte
Verdammt
Gefahr in den Wäldern
Rocky Mountain Life

Sabrina: 18 Punkte
Alice - Follow the white (PV)
Rodinia (PV) 

Sandy: 32 Punkte
Alice-Follow the White (PV) 
Rußatem 
All about the money (PV)
Rückkehr des Zauberers (PV)

Sofia: 4 Punkte
Im Herzen ein Schneeleopard

Teja: 16 Punkte
Empire of Ink, Die Kraft der Fantasie 
Roter Schnee wird Fallen 
Rodinia 
Zeit mit Dir gewollt und doch verloren 
Lange Weg des Windes, Der 

Valerie: 63 Punkte
Prepper (PV)
All about the money (PV) - ausgetauscht
Im Bann der Elemente
Eternal Darkness
Resurrection Inc. (PV)
Everything everything
Red Queen
Ich bin der Zorn, Ethan Cross
Alice-Follow the White (PV) 
Gelöscht

Vorleser: 56 Punkte
Path of Destiny, The
Age of Myth
Path of Decision, The
Invisible Library
Evil Genius
Reckoners 
Very English Scandal, A
Ember in the Ashes
Riyria Chronicles
Initials Only 
Last Song Before Night
Escape from Mr Lemoncello's Library  
Alchemist, The 
Giordano Bruno

Zsadista: 40 Punkte
Prepper
Alice-Follow the White (PV)
Radleys, Die 
Erwachen, Das
Rubbel die Katz oder wie man Wasser biegt 
Lesereise in den Tod
Ghostwalkers (PV)


Wie immer gilt natürlich:
Habt ihr euch andere Punkte errechnet oder könnt ihr bestimmte Verteilungen nicht nachvollziehen, schickt mir einfach eine Mail!:) (annabellebookwar[at]gmail.com)


Und hier habe ich euch noch einmal alle Bücher vom wundervollen Papierverzierer Verlag aufgelistet, die ihr so gelesen habt:






Sonntag, 27. August 2017

{Rezension} Schattenreiter


In den Landen des Exils steht der alte Orden der Zauberbrecher vor dem Niedergang. Doch dann wird ein mächtiges Artefakt gestohlen: das Buch der Verlorenen Seelen, welches seinem Besitzer Macht über Leben und Tod verleiht. Ein Nekromant will damit den Gott des Todes herausfordern – wenn nicht ein Reiter mit magischen Kräften ihn noch aufzuhalten vermag …

Rückblickend bemerke ich, dass ich mich kaum noch an etwas aus diesem Buch erinnere. Nun ist eigentlich nur ein bisschen Zeit vergangen, seit ich „Schattenreiter“ gelesen habe aber wirklich hängen geblieben sind eigentlich nur die groben Umrisse von drei Figuren und das Finale. Und das beschreibt meinen Eindruck von der ganzen Geschichte schon ganz gut.

Schon zu Beginn geht die Handlung in einem eher schwermütigen Schreibstil voran, wobei das noch nicht gezwungenermaßen ein negativer Punkt ist. Nur wird dies auf Dauer doch anstrengend und vielleicht ist gerade deswegen wenig vom ersten Teil der Handlung bei mir hängengeblieben. Dabei ist es gar nicht so, dass nichts wichtiges passiert.- Tatsächlich sind Kämpfe und ruhigere Szenen ausgewogen verteilt.
Der Klappentext ist für meinen Geschmack ganz schön irreführend. Während er mich auf Kämpfe und Abenteuer hoffen lies, liegt der Fokus im Buch doch mehr auf der Reise der einzelnen Figuren zum Nekromanten. Die Handlung büßt dabei zwar nichts an Spannung und Inhalt ein, doch hat der Autor mit verschiedenen großen und kleinen Gefechten das Rad nicht gerade neu erfunden.
Außerdem bin ich mir bis zum Ende nicht zu hundert Prozent sicher gewesen, wer denn nun eigentlich der „Schattenreiter“ sein soll. Luker ist für mich dabei jedoch der stärkste Kandidat, wobei ich mich nicht daran erinnern kann, dass jemals überhaupt das Wort „Schattenreiter“ fällt.

Es ist trotz vieler auftretender Figuren leicht, sie alle zu sortieren. (Denn glücklicherweise gibt es ein Personenverzeichnis (oder „Dramatis Personae“), was jedoch nicht gerade untypisch für Bücher aus dem High Fantasy ist.)
Allerdings gibt es keinen wirklich festen Hauptcharakter im Buch, auch, wenn man aufgrund des Klappentextes und Buchtitels den besagten „Schattenreiter“, also wahrscheinlich Luker, für diesen halten könnte. Viel mehr verzweigt sich die Handlung auf verschiedene Personen. Daran gestört hat mich lediglich, dass die (für mich) wichtigsten erst nach einer langen Zeit aufeinandertreffen.
Auch sind mir die Hintergedanken und Motivationen zu manchen Taten der Figuren des öfteren schleierhaft geblieben oder offenbaren sich erst weit am Ende wirklich. Natürlich muss man nicht sofort alles verraten, doch hat der Autor für meinen Geschmack teilweise zu sehr an Informationen gespart. Ähnlich verhält es sich auch mit der Magie einiger Charaktere: Während die der einen Figur ausführlich beschrieben und ihre Funktionsweise erklärt wird, bleibt die einer anderen doch sehr im Dunkeln. So passiert dann eben einfach nur irgendwas und die Figur kann das dann eben jetzt. Gewünscht hätte ich mir hier wenigstens einen Abriss einer kleinen „Vorgeschichte“.
Auch den Nekromanten, der groß angekündigt wird, habe ich mir ganz anders vorgestellt, als er tatsächlich ist.- Ein verrückter, machtgieriger Tattergreis, der immerhin auf eine merkwürdige Art und Weise seinen gewissen Charme besitzt. Der Knoten ist bei mir auch erst geplatzt, als er seinen ersten großen Auftritt hatte. Denn dann stieg immerhin die Spannung an und irgendwie fand ich Gefallen an der Figur, die eigentlich „der Böse“ sein soll.

Nach und nach, wenn die Erinnerungen an das alte Leben verblassten, würde auch der Schmerz nachlassen. Nachlassen, aber nie ganz verschwinden. Nein, das nie.
Seite 247

Ein Muskel zuckte an Ebons Wange. Es war ein bitterer Tag, wenn die größte Hoffnung eines Sterbenden darin lag, wirklich tot zu sein.
Seite 393

Er war nicht der Typ, der die Flucht ergriff, aber diese Drecksäcke hielten sich nicht an die Spielregeln. Wenn man ein Schwert durch den Kopf bekam, dann fiel man um und blieb auch liegen. Das war doch mal irgendwo so vereinbart worden.
Seite 529

Als ein Buch für zwischendurch nicht schlecht, jedoch kein großes Abenteuer, das ich in Erinnerung behalten konnte.

4/7

 ISBN: 978-3-453-53412-4

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.:)








Mittwoch, 14. Juni 2017

{Rezension} Hexenherz - Eisiger Zorn


Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig! 

550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie eine alternative Gegenwart (Kann man das überhaupt so nennen, wenn Magie im Spiel ist?) aussehen könnte. In der, die Monika Loerchner in ihrem Buch „Hexenherz – Eisiger Zorn“ beschreibt, sind die klassischen Geschlechterrollen vertauscht und Hexen haben das Sagen über die Gesellschaft.

Ich muss zugeben, nach wenigen Seiten bekam meine anfängliche Faszination einen kleinen Knick, da ich für einen Moment befürchtete, dies würde eine „Mädchen schließt sich Rebellen an und es entwickelt sich eine tragische Romanze“-Geschichte werden.- Weit gefehlt! In Wirklichkeit steckt viel mehr dahinter. Liebesschmalz ist so gar nicht vorhanden und die verschiedenen Hintergründe und Taten der Figuren verknüpfen sich letztendlich zu einer sehr durchdachten Handlung, die man nicht stereotypisch mit irgendwelchen Klischees besetzen könnte.

Helena, die Hauptprotagonistin, ist nicht die typische Heldin. 
Nachdem ihrer Freundin etwas Schreckliches zustößt, formt sie sich immer mehr und mehr zu einer charakterlich ziemlich schwierigen Person, die sich nicht wirklich einfügen kann und in ihren Ansichten doch sehr verbohrt ist. Sie ist standfest, widerspenstig und besetzt - in meinen Augen - für eine ganze Weile die Rolle der „Bösen“. (Tatsächlich sah ich die Rebellen eher auf der „guten Seite“. Aber ich denke, jeder Leser kann in diesem Buch für sich entscheiden, für welche Seite er eher Partei ergreifen will, da alle so ihre Stärken und Schwächen, Sympathien und Antipathien haben.)
Manchmal hat mich Helena mit ihrem Verhalten und ihrer unglaublichen Dickköpfigkeit fast zur Weißglut getrieben. Immerhin waren eigentlich alle sehr gut zu ihr. Selbst die Rebellen haben sie überwiegend gut behandelt und es hat mich richtig aufgeregt, dass sich in ihr dabei nichts gerüttelt hat.- Aber das bedeutet immerhin, dass ich wirklich mitgefiebert habe. 
Helena hält  etwas zu viel auf sich, ist sehr stolz und doch passen diese Charakterzüge gut zu ihrer Rolle als Gardistin. Außerdem ist es dadurch umso bedeutender, wenn sie ehrliche Emotionen fühlt und auch zeigt.
Da sie relativ viel umherreist, betritt Helena verschiedene Gegenden und ich konnte genau beobachten, wie diese einzelnen Welten - also Wald, Stadt, Dorf, Verließt etc.- auf sie wirken und irgendwie auch formen. Sie verändert sich nie so gänzlich, bleibt ihrem Muster immer treu, aber die Feinheiten ihrer Person selbst variieren stark, weshalb sie nie zu einer langweiligen Figur wird.
Von den anderen Charakteren ist keiner so penibel ausgearbeitet wie sie.- Aber das ist gut so. Denn da es so einige Menschen gibt, denen Helena begegnet, wären zu komplexe Charaktere verwirrend gewesen. Die Autorin hat zwar jedem Protagonisten eigene Wesenszüge gegeben, aber eben nur gerade so viele, damit man sie gut voneinander trennen kann, ohne in Verwirrung zu geraten.
Auch die Welt, in der die Menschen und Hexen miteinander leben ist gut ausgearbeitet und voller Details, ohne zu überfordern. Der Gedanke, dass in dieser alternativen Gegenwart die Magie der Hexen so funktioniert wie die Technik, die wir in „unserer Welt“ haben, hat mich teilweise zum Grinsen gebracht. Denn auch in Helenas Universum gibt es Rolltreppen und künstliches Licht. Und der Gedanke daran, dass Hexen auf sich bewegenden Bürgersteigen durch die Stadt bummeln, war schon ganz witzig.
Mit jedem Kapitelbeginn kann man außerdem einen Blick in die Annalen werfen. Das heißt, man kann ohne viel verwirrendes Hin und Her die Geschichte der Hexen nachvollziehen. Das halte ich persönlich für einen sehr cleveren Schachzug der Autorin, da sie so die eigentliche Handlung recht linear halten konnte. Ich finde es selbst nämlich recht anstrengend, wenn man neben einer neuen Welt, auch eine neue Historie lernen soll. So etwas kann schnell ermüdend werden.
Was mich fasziniert, ist, dass die Autorin mir immer wieder ein gewisses Gefühl von Realität gegeben hat. Keine magische Handlung war zu abgedreht, um unglaubwürdig zu wirken und tatsächlich fiel es mir manchmal schwer, Reales von Fiktion zu trennen. Monika Loerchner schreibt sehr geübt, leicht und absolut ungezwungen, weshalb es mir sehr leicht fiel, mich in der Geschichte völlig fallen zu lassen. So konnten sich die verschiedenen Emotionen der einzelnen Figuren sehr einfach auf mich übertragen und mich noch stärker fesseln.

"Mist."
Und dann noch ein paar Mal: "Mist, Mist, Mist."
Das waren die Worte, mit denen mich meine Mutter begrüßte, kaum dass ich geboren war.
(Seite 8)

In seine Augen tritt ein Funkeln, die Luft um mich herum vibriert und ich frage mich, wie es sein kann, dass ich hier und jetzt Magie spüre.
(Seite 122)

"Aber wenn wir Feinde sind, warum weinst du dann?"
"Weil man auch in Feinden manchmal Freundliches entdeckt."
(Seite 342)

Eine Heldin, die erst fühlen lernen muss, eine Regierung, deren Fassade langsam bröckelt und ein Kampf zwischen Rebellen und Hexen, der immer blutiger und verzweifelter wird.
- Ein Buch, in dem letztendlich nichts so ist, wie es scheint und das von der ersten bis zur letzten Seite seine Leser unterhält und die Moral jedes einzelnen beschäftigt.

7/7
 
ISBN: 9783862824564