Samstag, 31. Mai 2014

{Rezension} Maskenhandlungen ~ Malte S. Sembten



Gute Horrorautoren sind dünn gesät. Gute deutschsprachige Horrorautoren gleichen der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen. Malte S. Sembten ist eine Klasse für sich.


Wunderbar schaurig und edel zugleich! Das Cover ist einfach nur gruselig- wie ich es líebe. Augen, die in nacktem Fleisch liegen und aus gezeichneten Höhlen starren. Dazu diese hübschen Pestmasken (Ich meine, es sind welche...), die immer wieder im Buch auftauchen! Auch die Klappbroschur ist schon schwarz und schlicht gehalten. Macht aber auf jeden Fall was her!
Auch im Buch gibt es zu jeder Kurzgeschichte eine Illustration von Fabian Fröhlich .
Insgesamt mach "Maskenhandlungen" wirklich was her. Die Leute haben mich richtig komisch angestarrt, wenn ich das Buch rausgeholt habe. :D
© Rechte liegen beim Golkonda Verlag

Als Maskenhandlungen endlich bei mir ankam, war ich mehr als aufgeregt. Selten lese ich Kurzgeschichten und Horror noch viel seltener. Doch irgendwie reizte mich das Cover und auch die Beschreibung auf der Verlagsseite.
Nun, wo soll ich anfangen?
Malte S. Sembten ist ein Meister! Seine Geschichten sind mal blutig, mal verstörend, mal beides und mal unbeschreiblich schaurig gut. Ich habe bei jeder noch so grausamen Szene mitgefiebert und das Buch nicht weglegen können. Der Autor hat es tatsächlich geschafft, dass man jeden Hautfetzen reißen hört, jedes erstickte Würgen... Und doch liebt man die Protagonisten. Jeden auf seine komische Art. Und man ist schon ein wenig traurig, wenn man sich nach einer recht kurzen Geschichte von den Figuren verabschieden muss.
Vielleicht mag ich ja deswegen keine Kurzgeschichten... Beziehungsweise mochte.

Was mir besonders an "Maskenhandlungen" und den Kurzgeschichten darin gefällt: Sie lassen sich leicht und schnell lesen. Man wartet nicht ewig bis etwas passiert und es geht meistens gleich zur Sache. Außerdem kann man sie Enden nie voraussehen. Es passiert immer etwas Neues, oder unerwartetes und bis man hinter den Sinn mancher Handlungen gestiegen ist, dauert es sicherlich auch eine Weile.
Das Einzige, was mich ein Wenig stört: Die meisten Storys sind sehr sexlastig. An sich ist das für mich kein Problem, doch wirkt es nach einer Weile etwas nervig, dass vorher erstmal irgendjemand nackt sein, oder mit jemandem geschlafen haben muss, bevor das große Metzeln beginnt.:D


"Nicht ahnt ihr, wie Schmerz sich anfühlt,
ehe eure Seelen vom Fleische getrennt."
Seite 36, aus "Die Armen Toten"


Wer blutige und völlig gestörte Horrorgeschichten mag, bei denen es nicht zu viel- aber genug!- Drumherum gibt oder mal beim Lesen vollkommen überrascht werden will, muss Maskenhandlungen lesen!
Achja, und man sollte etwas abgehärtet sein. Manche Praktiken sind derart genau beschrieben... Nunja, ich hatte einige Stunden keinen Appetit.^^

5/5





Ich danke dem Golkonda Verlag für dieses atemberaubende Rezensionsexemplar:)










Freitag, 16. Mai 2014

{Rezension} Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele


Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben?


Eigentlich wollte ich dieses Buch ja nie nie nie nie nie niemals nie lesen. Die Meinungen von anderen haben mich nämlich auf den Trichter gebracht, Panem sei wieder eines dieser Bücher, in denen ein schwächliches Mädchen das ja ach so bescheiden ist von zwei Kerlen umgarnt wird und am Ende beiden das Herz bricht weil sie zu dumm sind zu sehen, dass sie beide nicht verdient hat. Aaaaaber- Weit gefehlt!

Da ich mit recht niedrigen Erwartungen ans Lesen herangegangen bin, klappte mir beim Lesen der Mund immer weiter auf. Der flüssige Schreibstil ließ die Seiten nur so... ja... "dahinfließen". Und da die Story von Anfang an spannend war und immer wieder neue Fragen aufwarf, gab es keine langweiligen Momente. 
Auch Katniss konnte ich von Anfang an unheimlich gut leiden. Sie war eben nicht dieses erwartete schwache, dumme Ding, das von allen beschützt werden musste. (Eher entsprach sie einer jüngeren und weniger nackten Version von Xena...:D) 
Ich find es auch sehr gut, dass die Story immer bei ihr bleibt. In Büchern kann ich nur selten damit umgehen, wenn die Erzählungen zwischen mehreren Protagonisten wechseln. 
Die einzige Person, die mich in 75% des Buches genervt hat, ist Peeta. ER ist das verweichlichte Mädchen. Dieses Liebesgetue von Anfang an... Es gefiel mir irgendwie nicht.^^ Glücklicherweise entpuppte er sich zum Ende hin doch noch als "richtiger Mann". Ich muss aber trotzdem sagen, dass Gale mir lieber ist. Er ist dieser leicht mysteriöse, rebellische und trotzdem liebevolle Kerl, den sich doch eigentlich jede Frau wünscht.:D

Auch die Kampfszenen sind wunderbar beschrieben. Ich finde es immer sehr schade, wenn eine eigentlich sehr gute Story und ewig ausgeweiteten Kampfszenen leisen und man jeden Schwerthieb, jeden Tritt und jeden Kratzer meint beschreiben zu müssen. In Panem weiß man wer stirbt und das reicht auch vollkommen aus.
Und wenn wir schon beim Sterben sind... Ich war verblüfft davon, dass ich mir eine Träne tatsächlich nicht verdrücken konnte. Und wenn ich an diese Szene denke, werde ich wieder ganz traurig...


"Innereien. Kein Gefauche. Näher werden wir uns nie kommen."
Seite 8

Ich nehme alles Schlechte zurück, was ich je über Panem (zumindest die Bücher :D) gesagt habe. Ich liebe Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele und würde sie definitiv jedem weiterempfehlen, der die ewigen Twilight-Like-Bücher satt hat. Tatsächlich mal ein gehyptes Buch, dem ich vollkommen verfallen bin.
Ich liebe Katniss und Gale und das ganze Gemetzel!:D

5/5